Transcript
Dr. Leighl:
Ich begrüße Sie bei CME auf ReachMD. Ich bin Dr. Leighl. Meine Gäste sind heute Dr. Cho und Dr. Kerr.
Dr. Kerr, wie können wir einige der Hindernisse bei der Durchführung molekularer Tests und routinemäßiger Biomarker-Tests beseitigen, sobald wir bei einem Patienten fortgeschrittenes NSCLC feststellen?
Dr. Kerr:
Danke, Dr. Leighl. Es gibt also zahlreiche Hindernisse, bevor molekulare Tests bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs reibungslos und umfassend durchgeführt werden können. Einige dieser Hindernisse sind schwierig zu beseitigen.
Dazu gehören Probleme wie der Mangel an Gewebe für die Tests, oder betriebliche Probleme in Pathologie und Testlaboren, die zu relativ langen Bearbeitungszeiten führen. Hinzu kommen grundlegendere Fragen dazu, wer die Kosten der Tests trägt und ob diese erstattet werden oder nicht. Darüber hinaus verursacht die Teststruktur oft Schwierigkeiten, die sich meiner Meinung nach besonders auf die Bearbeitungszeiten auswirken. Das hängt damit zusammen, ob die Tests intern oder extern durchgeführt werden, d. h. ob das Gewebe in ein Labor geschickt werden muss.
Die Bearbeitungszeiten im Labor sind abhängig vom Engagement, der Organisation und dem Einsatz der Mitarbeiter, die sich aktiv dafür engagieren, die Proben so schnell wie möglich zu bearbeiten.
Meiner Meinung nach hat die Frage extern vs. intern einen enormen Einfluss darauf – wir haben keine Zeit für Details, aber eine externe Durchführung der Tests ist manchmal schwierig für das Pathologielabor und vor allem für die Pathologen, die das Gefühl haben können, vom Prozess ausgeschlossen zu sein. Sie liefern lediglich die Proben und erfahren möglicherweise nie die Ergebnisse der molekularen Tests, die anderswo durchgeführt werden. Daher sorgen interne Labore für schnellere und reibungslosere Abläufe sowie eine bessere Versorgung.
Eine Möglichkeit zur Verkürzung der Bearbeitungszeiten und der Überwindung der Schwachstellen in den Pathologielabors besteht darin, zur Gewinnung von Tumor-DNA Blut statt Gewebe zu verwenden. Ungeachtet der Sensitivitätsprobleme und der Tatsache, dass man bei fortgeschrittener Erkrankung bis zu ein Drittel der Patienten mit einer Veränderung übersehen könnte, kann dies vor allem zu EGFR-Mutationen klinisch relevante Daten liefern, und zwar schneller als bei Gewebetests.
Auch die Verwendung von Blut hängt davon ab, ob diese Tests zur Verfügung stehen und ob sie als (aus unserer Sicht) notwendige Ergänzung zu den Gewebetests erstattet werden. Als Pathologe würde ich außerdem darauf drängen, etwas gegen die langen Bearbeitungszeiten von Gewebe im Labor zu tun.
Dr. Cho:
Meiner Ansicht nach gehört die Next-Gen-Sequenzierung (NGS) von Gewebe oder Plasma zunehmend zum diagnostischen Standard; zudem wird sie immer beliebter und ist kostengünstiger als früher. Zudem ist die Bearbeitungszeit bei NGS von Plasma sehr kurz geworden.
Dr. Leighl:
Vielen Dank Ihnen beiden. Da wir in Kanada mehr Flüssigbiopsien finanzieren wollen, um den Prozess zu beschleunigen, rascher Ergebnisse zu erhalten und Patienten schneller behandeln zu können, halte ich es für wichtig, sich bewusst zu sein, dass Flüssigbiopsien nicht immer 100 % zuverlässig sind.
Man muss also stets im Kopf haben: Wenn man nichts findet, heißt das nicht, dass da nichts ist. Gewebeproben sind immer die beste Option. Gewebe muss immer routinemäßig getestet werden, wenn noch nichts Handfestes für Ihre Patienten gefunden wurden.
Das war ein kurzer, aber sehr interessanter Austausch, der uns alle zum Nachdenken anregen wird. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.




